6. Sinfoniekonzert

Rolf Liebermann
Furioso für Orchester

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37

Peter Tschaikowski
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

»Im Grunde ist meine Sinfonie eine Nachahmung der Fünften Sinfonie von Beethoven, d. h., ich ahmte nicht ihren musikalischen Inhalt nach, sondern ihre Grundidee.« Mit diesen Worten charakterisierte Tschaikowski seine 4. Sinfonie (1877). Ihr Thema ist das Schicksal, »die verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert und eifersüchtig darüber wacht, dass Glück und Frieden nie vollkommen und wolkenlos werden« (Tschaikowski). Im Finale stürzt sich der Held ins Getümmel eines Volksfestes und freut sich am Glück der anderen. Ludwig van Beethoven, auf den sich Tschaikowski beruft, schrieb bereits fünf Jahre vor seiner c-Moll-Sinfonie ein Klavierkonzert in dieser Tonart. Darin ist die spielerisch-unterhaltende Unverbindlichkeit früherer Werke abgelegt. Das Klavierkonzert wird zu einer Sinfonie mit konzertierendem Klavier, der Solist tritt darin als »heroisches« Individuum dem Kollektiv des Orchesters gegenüber. Den Abend eröffnet das Furioso des Schweizer Komponisten Rolf Liebermann. Nach der äußerst erfolgreichen Uraufführung 1947 schrieb H. H. Stuckenschmidt: »Es ist eine Musik der stärksten durchaus dramatischen Wirkung, rasant und pathosgeladen im Orchesterklang, raffiniert gesteigert und in Kontrasten angelegt.«