222. Spielzeit 2016/17

Jubiläumsspielzeit

250 Jahre Anhaltische Philharmonie

Liebe Konzertbesucher,

in der kommenden Saison, unserer Jubiläumssaison, können wir gemeinsam stolz auf eine 250-jährige Tradition dieses Klangkörpers blicken. Fürst Leopold III. war es, der sich — entgegen den Gepflogenheiten seiner Standesgenossen — nicht durch Prunksucht und militärisches Auftrumpfen hervortat, sondern sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieb. Als Philanthrop, als Menschenfreund ließ er den Wörlitzer Garten für alle frei zugänglich anlegen, eröffnete eine der ersten Schulen und — für uns Musikfreunde das Wichtigste — gründete eine Hofkapelle, die als Anhaltische Philharmonie bis heute besteht. Seiner Grundidee, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und ihn mit Schönem und Anregendem zu umgeben, fühlen wir uns auch noch heute verpflichtet.

Das Sonderkonzert zur Eröffnung unseres Orchesterjubiläums wird Bertrand de Billy dirigieren, der seine internationale Karriere hier in Dessau begonnen hat, und auch die Sinfoniekonzert-Reihe startet mit lieben Bekannten: Beethovens Tripelkonzert. Doch neben den Klassikern haben wir auch Neues, Überraschendes für Sie ausgegraben: Im Blick zurück auf die großartige Vergangenheit des Orchesters haben wir in jedem Sinfoniekonzert ein Werk eines ehemaligen Hofkapellmeisters bzw. Generalmusikdirektors auf das Programm gesetzt. Es sind zum Teil heute vergessene Namen und Werke, von denen wir in unseren Archiven manchmal nur alte, handschriftliche Partituren gefunden haben. Für die Konzerte unserer Jubiläumsspielzeit werden diese Werke nun extra neu aufgelegt. Ich freue mich, dass ich auch für absolute Raritäten wie das Violinkonzert von Eduard Lassen oder das seit seiner Uraufführung im Jahre 1905 vermutlich nie wieder gespielte Klavierkonzert von Franz Mikorey ausgezeichnete Solisten habe gewinnen können. Linus Roth und Bernd Glemser werden diese anspruchsvollen Werke nun extra einstudieren und exklusiv für uns spielen — einmalige Konzertereignisse, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten! Mit Marina Yakhlakova möchte ich Ihnen eine junge Pianistin der berühmten Moskauer Klavierschule vorstellen. Ich habe sie vor einigen Jahren beim Internationalen Franz-Liszt-Klavierwettbewerb in Weimar kennengelernt, den sie souverän gewonnen hat. Insbesondere mit ihren Interpretationen Lisztscher Klavierwerke macht sie mittlerweile Furore. Absolut mühelos meistert sie schwierigste Passagen und zaubert scheinbar beiläufig Klangfarben auf dem Klavier, wie man sie nur ganz selten zu hören bekommt. Überzeugen Sie sich selbst im Mai 2017 bei Liszts Zweitem Klavierkonzert.

Liebe Musikfreunde, lassen Sie sich anregen, freuen Sie sich auf Bekanntes, seien Sie neugierig auf spannende Entdeckungen — und vor allem: Feiern Sie mit uns 250 Jahre Anhaltische Philharmonie!

In diesem Sinne freut sich auf ein Wiedersehen,
Ihr Generalmusikdirektor
Markus L.Frank



Konzerte im Großen Haus


Eröffnungskonzert

mit musikalischen Ausschnitten aus den Produktionen der neuen Spielzeit
3. SEPTEMBER 2016

Rosen aus dem Süden

Beliebte Melodien aus Oper, Operette und Konzert
4. SEPTEMBER 2016

Festkonzert 250 Jahre Anhaltische Philharmonie

Mit Werken von Wagner, Strauss und Brahms
10. SEPTEMBER 2016

1. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Schneider, Beethoven und Schostakowitsch
6. & 7. OKTOBER 2016

Philharmonisches Musikschulkonzert

Gemeinsames Konzert der Anhaltischen Philharmonie mit Orchester und Solisten der Musikschule »Kurt Weill«
28. OKTOBER 2016

2. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Rust, Bach, Lichtenstein, Paganini, Mendelssohn Bartholdy
10. & 11. NOVEMBER 2016

Sonderkonzert

Benjamin Britten War Requiem | Abschlusskonzert des IMPULS-Festivals 2016
20. NOVEMBER 2016

Weihnachtliches Konzert

Mit Werken u. a. von Glinka, Tschaikowski, Rimski-Korsakow sowie Weihnachtsliedern 9./10./18. & 23. DEZEMBER 2016

Neujahrskonzert

Mozarts Sinfonie g-Moll und Beethovens Neunte Sinfonie
1. JANUAR 2017

3. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Mozart, Lassen, Martinů
5. & 6. JANUAR 2017

4. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Wagenaar, Hoesslin, Strauss, Brahms
2. & 3. FEBRUAR 2017

5. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Weill, Schulhoff, Grosz, Ravel | Im Rahmen des Kurt Weill Fest 2017
9. & 10. MÄRZ 2017

6. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Wagner, Mikorey, Mendelssohn Bartholdy
6. & 7. APRIL 2017

7. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Röttger, Liszt, Strauss
18. & 19. MAI 2017

8. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Klebe, Klughardt, Beethoven
15. & 16. JUNI 2017

Kammerkonzerte

1. Kammerkonzert

Mit Werken von Rust, Thiele, Schneider
15. OKTOBER 2016

Sonder-Kammerkonzert

Mit Werken von Yun, Lucier, Erbiner, Ligeti | Im Rahmen des IMPULS-Festivals 2016
12. NOVEMBER 2016

2. Kammerkonzert

Mit Werken von Milhaud, Hindemith, Roussel, Taffanel
3. DEZEMBER 2016

3. Kammerkonzert

Mit Werken von Stenhammer, Hoesslin
14. JANUAR 2017

4. Kammerkonzert

Mit Werken von Brahms, Mendelssohn Bartholdy
18. FEBRUAR 2017

5. Kammeronzert

Mit Werken von Stradella, Matiegka, Debussy, Currier
25. MÄRZ 2017

6. Kammerkonzert

Mit Werken von Händel, Abel, Haydn, Bach und Telemann
6. MAI 2017

Weitere Konzerte

Preisen. Singen. Jubilieren

Chorkonzert zum Kirchentag auf dem Weg 27. MAI 2017

Jugendkonzerte

»Musik und Liebe«

Konzerte des Anhaltischen Kammermusikvereins

— Adventskonzert
— Märchenhaftes – Ein Konzert nicht nur für Kinder
— Alte Dessauer
— Brahms und Tschaikowski



Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie


Markus L. Frank Generalmusikdirektor
Elisa Gogou 1. Kapellmeisterin und stellvertretende Generalmusikdirektorin
Wolfgang Kluge Kapellmeister und Studienleiter

Manfred Kersten Orchestersekretär
Detlef Gohr, Thomas Heinrich-Riehmer Orchesterwarte

Musikerinnen und Musiker
1. Violinen
Christoph Klein 1. Konzertmeister, KM Martin Schulze stellv. 1. Konzertmeister, Katja Wallraf Vorspielerin, Weronika Ambrosio-Costello, Katharina Brandt, Eva Faßmann, Heidrun Fels, Renate Fichtner, Thomas Fichtner, Jörn Kerber, Eva Müller-Friedrich, Kana Ohta, Sangmin Park, Monika Roth, Katharina Wodner (Elternzeitvertretung)
2. Violinen
Susanne Dudicz Stimmführerin, Alexander Usunov stellv. Stimmführer, Reinhard Lutz Vorspieler, Stefanie Carnarius, Uta Hauser, Maren Lange, Ellen Moede, Jeanette Neumann, Gerd Niedenführ, Johannes Schmidt, Christiane Thal
Violen
Hui Ma Solobratsche, Svetla Kambourova stellv. Solobratsche, Demna Gigova Vorspielerin, Cenk Erbiner, Wolf-Jürgen Gander, Rainer Gessat, Satoko Iwasaki, Michiaki Manda, Susanne Wunnenburger
Violoncelli
Gonçalo Silva Solocellist, Gerald Manske stellv. Solocellist, Claudius Lepetit Vorspieler, Doreen Büring, Christiane Kamilli, Guido Ruhland, Ulrike Wagner
Kontrabässe
Ingo Burghausen Solokontrabassist, Ekkehard Neumann stellv. Solokontrabassist, Annett Molsen Vorspielerin Robert Grahl, Maria Jedamczik, Bernd Schliephacke
Flöten
Beate Ann-Neumann Soloflötistin, Aline Vannuys stellv. Soloflötistin, Frauke Groß, Uta Heimbach
Oboen
David Werner Solo-Oboist, Anne-Catherine Pignot stellv. Solo-Oboistin, Almut van Drünen Solo-Englischhornistin, Uwe Städter
Klarinetten KM Reinhard Gutte Soloklarinettist, Holger Hepp stellv. Soloklarinettist, Thomas Hallmann, Erich Wagner
Fagotte
Stefan Siebert Solofagottist, Sabine Brell-Ludwig stellv. Solofagottistin, Georg Eckert, Ulrich Jäger-Marquardt
Hörner
Paul Goodman Solohornist, Daniel Costello stellv. Solohornist, Dietmar Adam, Lukas Fichtner, Jürgen Steudtner, Yuji Takayanagi
Trompeten
Karsten Iwanow Solotrompeter, Josif Hatos stellv. Solotrompeter, Arne Lagemann, Norbert Messing
Posaunen
Andreas Schwarz Soloposaunist, Petru Hartobanu stellv. Soloposaunist, Dietrich Schwartz
Tuba
Jens Uhlig Tubist
Pauken/Schlagzeug
Lars Wodner Solopauker, Robert Stock stellv. Solopauker, Andreas Meier 1. Schlagzeuger, Jacob Janke Schlagzeuger
Harfe
Christine Schreiber Soloharfenistin

Laura Bos, Miho Tanaka Repetitorinnen

Orchestervorstand Ekkehard Neumann Vorsitzender, Lukas Fichtner, Jens Uhlig



Zeittafel wichtiger Stationen der Orchestergeschichte


1766 In diesem Jahr beginnt das segensreiche Wirken Friedrich Wilhelm Rusts (1739-1796) für die Stadt Dessau und den Hof der Dessauer Fürsten.
Anfänge einer Hofkapelle im heutigen Sinne.
1768 Der Tod Jesu von Carl Heinrich Graun zum Karfreitag in Dessau aufgeführt.
1770 3. Januar: Abonnementskonzertreihe eröffnet.
1773 Die Hofkapelle umfasst wenigstens 15 Instrumentalisten.
Das Wörlitzer Schloss wird mit Festmusik von Rust eingeweiht.
1774 Basedow gründet die Lehranstalt »Philanthropinum«.
Singspiel Elysium von Anton Schweitzer am 24. September zum Geburtstag der Fürstin Luise aufgeführt.
1775 Liebhabertheater gegründet als »gesellschaftliches« Theater.
1777 Erdmannsdorff errichtet ein Theater innerhalb des Stadtschlosses. Eröffnung am 6. März mit Anton Schweitzers Die Dorfgala durch die in der »gesellschaftlichen Bühne« vereinten Liebhaber.
1789 6. September: Theatergesellschaft Joseph Bellomo eröffnet Zyklus von Schau- und Lustspielen sowie komischen Opern in der »alten Orangerie«.
1794 Friedrich Wilhelm Bossann eröffnet am 31.Juli mit seiner Theatergesellschaft in der »Hochfürstlichen Reitbahn« mit dem Singspiel Das rothe Käppgen von Dittersdorf einen regelmäßigen Theaterbetrieb in Dessau. Am 11.August wird Mozarts Zauberflöte in Dessau zum ersten Male aufgeführt.
1795 Bossanns Truppe erhält den Titel »Fürstlich-Anhaltische Hofschauspieler-Gesellschaft«.
1796 Rust stirbt am 28. Februar
Konrad Jacobi (1756-1811), Mitglied der Bossannschen Truppe, übernimmt die musikalische
Oberleitung.
1798 Nach den Entwürfen Erdmannsdorffs wird ein Theaterbau in der Wallstraße errichtet und als erstes Dessauer Hoftheater am 26. Dezember mit der Oper Bathmendi von Karl August von Lichtenstein eröffnet.
Das Orchester ist auf vermutlich 26 Mitglieder angewachsen.
1806 19.Oktober: französische Truppen besetzen Dessau.
1807 Ausweichspielzeit des Theaters in Leipzig.
1810 Wirtschaftliche Not zwingt am 1. April zur Schließung des Theaters.
Gründung des Vereins »kunstergebener Dilettanten«.
Wiederbelebung des Liebhabertheaters.
1811 8. Juli stirbt Konrad Jacobi.
Der Kammermusiker Leopold Karl Reinicke (1774-1820) übernimmt die musikalische Leitung.
1815 Mit dem Engagement der Schauspielertruppe des Theaterdirektors Brude wird das Theaterspiel mit Berufskünstlern fortgesetzt.
1816 30./31. Oktober In zweitägiger Aufführung stellt Reinicke den Dessauern Händels Messias vor.
1817 9. August stirbt Fürst Leopold Friedrich Franz.
1821 2. April Friedrich Schneider (1786-1853) wird Leiter der Hofkapelle.
Schneider begründet »Elbmusikfeste«.
1822 Reorganisation des Orchesters. Erweiterung auf 41 Mitglieder.
17. Mai Einweihung eines Konzertsaales im Theater u.a. mit Beethovens Eroica.
1823 19. Februar Webers Freischütz in Dessau erstaufgeführt (1 ½ Jahre nach der Berliner Uraufführung).
1827 Krisenerscheinungen bei den wandernden Theatertruppen führen zur abermaligen Schließung des Theaters. Musikleben konzentriert auf Oratorien- und Konzertaufführungen.
1829 26. Oktober Virtuosenkonzert Niccolò Paganinis.
Schneider gründet »Musikschule zu Deßau«.
1841 Ensemble fest engagierter Künstler bildet sich unter dem Intendanten Michael Greiner.
Periode der »reisenden Gesellschaften« beendet.
1842 Wilhelmine Schröder-Devrient gastiert als Leonore in Beethovens Fidelio.
1844 Franz Liszt konzertiert am 24. Februar in Dessau.
1847 7. November Trauerzug mit sterblicher Hülle Mendelssohns durch Trauerchor Schneiders in Dessau gewürdigt.
1853 23. November stirbt Friedrich Schneider. Hermann Hesselbarth (1820-1900) wird zum Nachfolger berufen.
1855 7. März Brandkatastrophe zerstört das Erdmannsdorff-Theater. Hesselbarth verlässt Dessau.
14. Mai Konzertsaal mit Festouvertüre Friedrich Schneiders eröffnet.
Eduard Thiele (1812-1895) übernimmt die Leitung des Orchesters.
1856 27. Oktober Wiedererrichtetes Theater mit Giacomo Meyerbeers Robert der Teufel eingeweiht.
1857 20. März Wagners Tannhäuser erstmals in Dessau aufgeführt.
Am Karfreitag wird Johann Sebastian Bachs Mathäuspassion in Dessau erstaufgeführt.
1863 Die Landesteile Köthen, Dessau und Bernburg vereint.
1865 Musikfest des »Allgemeinen Deutschen Musikvereins« in Dessau u.a. mit Aufführung der Hunnenschlacht von Liszt.
1866 Gemischte Kammer- und Orchesterkonzerte von Thiele eingeführt.
1867 Erste Lohengrin-Aufführung in Dessau.
Zahl der Orchestermusiker auf 57 angewachsen.
1869 30. Januar Sieben Monate nach der Münchner Uraufführung Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg in Dessau.
16. November Der fliegende Holländer in Dessau erstaufgeführt.
1872 11. Februar Richard Wagner erlebt als Gast in Dessau eine Aufführung von Christoph Willibald Glucks Orpheus.
1876 Erste Bayreuther Festspiele. Der Dessauer Ballettmeister Fricke (1818-1903) und 13 Dessauer Orchestermusiker gestalten die Festspiele mit.
Der Hornist Julius Demnitz bläst als Erster den Siegfriedruf.
1882 Renoviertes Theater in Bernburg von Dessauern mitbespielt.
1. Dezember 50-jähriges Kapellmeister-Jubiläum Eduard Thieles.
Thiele übergibt die Orchesterleitung an August Klughardt (1847-1902).
1883 5. März Gedächtnisfeier für den verstorbenen Richard Wagner.
1887 16. Dezember Richard Wagners Rienzi erstmals in Dessau.
1892 Januar/Februar und November/Dezember erste Dessauer Ring Inszenierung
1893 Geschlossene Erstaufführung von Richard Wagners Ring des Nibelungen in zwei Zyklen
1894 30. November Cosima Wagner inszeniert Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel.
Humperdinck selbst anwesend.
1896 Richard Strauss‘ Also sprach Zarathustra aufgeführt.
1899 13. Januar Festlichkeiten zum Gedenken an die Eröffnung des Dessauer Theaters vor 100 Jahren.
1900 7. April erstmals Tristan und Isolde in Dessau.
1902 3. August stirbt August Klughardt.
Franz Mikorey (1873-1947) übernimmt die Leitung des Orchesters.
Umbau des Orchestergrabens.
1904 Im Januar erklingt erstmals eine Sinfonie von Anton Bruckner in Dessau (Nr. 4 Es- Dur, die »Romantische«).
1909 5. Dezember Eugen d‘Alberts Tiefland erstmals in Dessau.
1910 27. März Uraufführung von Mikoreys Oper Der König von Samarkand
25. Dezember Giacomo Puccinis Butterfly aufgeführt.
1911 10. Dezember Richard Strauss‘ Elektra aufgeführt.
1912 1. Januar Saint-Saëns‘ Déjanire in deutscher Erstaufführung in Dessau.
9. Februar erstmals eine Mahler-Sinfonie in Dessau (Nr 6 a-Moll)
16.-31. Mai Gastspiel des Hofopernensembles in Budapest.
25. Dezember Ariadne auf Naxos in Gegenwart des Komponisten Richard Strauss.
1914 5. April konzertante Aufführung von Teilen aus Richard Wagners Parsifal.
19. April Uraufführung der Oper Der heilige Berg von Christian Sinding.
1918 Gastspiel der Dessauer Hofoper im Mai in Bukarest.
Rücktritt Mikoreys. Herzogliche Theaterstiftung. Das Theater heißt künftig »Friedrich-Theater«.
1919 Sommerspielzeiten mit Operettenaufführungen.
Hans Knappertsbusch (1888-1965) übernimmt die Leitung des Orchesters.
Kurt Weill als Korrepetitor am Dessauer Theater.
1922 25. Januar Brandkatastrophe zerstört das Gebäude des »Friedrich-Theaters« völlig.
Knappertsbusch folgt einem Ruf nach München. Albert Bing (1884-1935) amtiert.
1923 1. Februar Interimstheater in der »alten Reitbahn« eröffnet.
14. Juni Albert Bing bringt die Zaubernacht-Suite seines ehemaligen Schülers Kurt Weill zur Uraufführung.
Franz von Hoesslin (1885-1946) übernimmt die Leitung des Orchesters.
1925 18. September Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 4 op. 36 Nr. 3 wird in Dessau uraufgeführt.
25.10 Hans Pfitzners Palestrina aufgeführt.
29. Oktober Béla Bartóks Tanzsuite und deutsche Erstaufführung von Kurt Weills Konzert
für Violine und Blasorchester
1926 14.3 Béla Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg.
Sein Tanzspiel Der holzgeschnitzte Prinz löst Theaterskandal aus.
Hoesslin verlässt Dessau. Peter Schmitz (1895-1965) übernimmt das Orchester.
1927 Konzertsaal und Café im alten Friedrich-Theater eröffnet.
Artur Rother (1885-1972) wird neuer Chefdirigent.
1928 24. Februar Paul Dessaus 1. Sinfonie löst Theatertumult aus.
Veranstaltungsreihe »Junge Bühne«.
Ökonomische Theaterkrise.
4. April Mussorgskis Bilder einer Ausstellung in Bühnenbildern von Wassily Kandinsky.
1931 Die Dreigroschenoper von Brecht/Weill im Januar auf der Dessauer Bühne.
1933 »Machtergreifung« der Nationalsozialisten führt zur Unterdrückung jüdischer Künstler und experimenteller Kunstauffassungen.
1934 Artur Rother verlässt Dessau und geht als 1. Kapellmeister an das »Deutsche Opernhaus« nach Berlin.
Helmut Seidelmann (1901-1962) übernimmt für 17 Jahre die Verantwortung für die Orchesterleitung.
1935 16. Dezember Hans Pfitzner dirigiert eigene Werke.
1936 Beginn des Theaterneubaus. Das Orchester umfasst 57 Mitglieder.
1938 29. Mai Eröffnung des neuen »Dessauer Theaters« mit Webers Freischütz.
1939 Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges Dominanz von Operetten-Inszenierungen.
1944 Luftangriffe zerstören das Theatergebäude am 28. und 30. Mai.
Schließung des Theaters mit Verkündung des »totalen Krieges« am 2. September.
1945 Neubeginn mit »buntem Abend« am 5. August , einem Sinfoniekonzert am 25. November mit Werken Beethovens und Schuberts und am 17. Dezember mit Beethovens Fidelio im Kristallpalast.
1949 20. August Das rekonstruierte Theatergebäude mit Mozarts Zauberflöte festlich eröffnet.
1950 Das Orchester zählt 75 Mitglieder.
1951 Helmut Seidelmann übernimmt die musikalische Leitung am Opernhaus in Leipzig.
Walter Lutze (1891-1965) für eine Spielzeit Oberleiter in Dessau.
1952 Erich Riede (1903-1986) wird musikalischer Oberleiter.
1953 4.-8. Mai erste Richard-Wagner Festwoche in Dessau.
Die Wagner Festwochen werden bis 1965 zu einem bestimmenden Faktor des Dessauer Kulturlebens.
1954 Heinz Röttger (1909-1977) übernimmt für 23 Jahre die Leitung des Orchesters.
Unter seiner Stabführung verstärkt Einsatz für in- und ausländisches Gegenwartsschaffen, einschließlich Röttgers eigener Opern und Orchesterwerke
1955 16. März Aufführung des Concerto for Jazz and Symphony Orchestra von Rolf Liebermann.
1957 Im Oktober zum ersten Male in Dessau Le Sacre du printemps von Strawinsky.
1966 1. Oktober Festkonzert zum 200-jahrigen Bestehen des Orchesters in Dessau mit der Uraufführung der Dessauer Sinfonie von Heinz Röttger.
16. Oktober Premiere des Musicals My fair Lady. Es folgen 163 ausverkaufte Vorstellungen bis 1976.
1972 28. Juni Wozzeck von Alban Berg zum ersten Male in Dessau aufgeführt.
1974 28. August Porgy and Bess von George Gershwin zum ersten Male in Dessau.
1976 3. Dezember Uraufführung der letzten Oper Röttgers Spanisches Capriccio.
1977 26. August stirbt Heinz Röttger.
Manfred Hänsel (*1934) wird musikalischer Oberleiter.
1982 wird Wolfgang Wappler (*1940) Chef des Orchesters.
Im Dezember dirigiert Gewandhauskapellmeister Kurt Masur ein Sinfoniekonzert in Dessau.
1984 geht Wolfgang Wappler nach Gera.
Es folgt ein Jahr ohne musikalische Oberleitung für das Orchester.
1985 übernimmt Hans-Jörg Leipold (*1933) die Leitung des Orchesters.
1991 30. November Mit dem Festkonzert unter der Leitung des britischen Gastdirigenten Alun Francis beginnt eine Festwoche aus Anlass des 225-jährigen Orchesterjubiläums.
1992 Prof. Daniel Lipton wird als Generalmusikdirektor berufen.
Das Orchester erhält den Namen Anhaltische Philharmonie Dessau.
1993 Gastspiel des Orchesters in Lissabon mit Beethovens 9. Sinfonie.
Erstes Kurt-Weill-Fest in Dessau.
1996 Der Österreicher Carlos Kalmar (*1958) wird neuer Generalmusikdirektor.
1998 Orchester gastiert unter Kalmars Leitung erstmals beim Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.
2001 Golo Berg (*1968) kommt als Generalmusikdirektor nach Dessau. Spektakuläres Auftakt-Konzert mit Surrogate Cities von Heiner Goebbels.
Im November Gastspiel des Anhaltischen Theaters in zehn verschiedenen Städten Japans mit Inszenierungen von Salome und Der fliegende Holländer.
2004 Klanginstallation Der blaue Klang des Komponisten H. Johannes Wallmann im Wörlitzer Park.
2009 wird der Niederländer Antony Hermus (*1973) Generalmusikdirektor.
2010 erstes »Scratch-Konzert« mit Carl Orffs Carmina burana.
2014 Anhaltischen Philharmonie und Antony Hermus sind »Artists-in-Residence« beim 22. Kurt-Weill-Fest.
2015 Antony Hermus verlässt Dessau. Nach seinem letzten Sinfoniekonzert wird er zum Ehrendirigenten der Anhaltischen Philharmonie ernannt. Daniel Carlberg übernimmt als kommissarischer GMD die Leitung.
2016 Markus L. Frank (*1969), bereits 2003-08 als 1. Kapellmeister in Dessau engagiert, wird zum 1. August als Generalmusikdirektor berufen.

Festschrift


Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der Anhaltischen Philharmonie Dessau legen die Autoren mit der Publikation »Von der fürstlichen Hofkapelle zur Anhaltischen Philharmonie« die bisher umfassendste Darstellung der Geschichte dieses Klangkörpers vor. Grundlage bildet die verdienstvolle Arbeit von Prof. Dr. Karl-Heinz Köhler (1928-1997) aus dem Jahre 1991. Die Überarbeitung durch Dr. Lutz Buchmann und Ronald Müller, die bisherige Sichtweisen teilweise korrigierten, Irrtümer beseitigten, den Text dem neuesten Erkenntnisstand anpassten und vor allem um die Entwicklung in den letzten 25 Jahren ergänzten, ging einher mit einer Neugestaltung des Layouts, das mit einer Fülle von zum Teil erstmals veröffentlichtem Bildmaterial aufwartet. Aufgelockert wird der in neun Kapitel unterteilte historische Abriss durch eingeschobene Anekdoten. Im Anhang findet sich eine Chronologie wichtiger Stationen der Orchestergeschichte, eine Aufstellung der Ersten Konzertmeister und aller Chefdirigenten vom »Fürstlich Anhalt-Dessauischen Musikdirektor« Friedrich Wilhelm Rust über die Hofkapellmeister Friedrich Schneider, Eduard Thiele und August Klughardt und die Reihe der Generalmusikdirektoren von Franz Mikorey bis zum 2016 an die Spitze des Orchesters berufenen Markus L. Frank, ferner eine Diskografie sowie Höhepunkte der Jubiläumsspielzeit 2016/17.

Die Festschrift ist an allen Vorverkaufsstellen des Anhaltischen Theaters, im Internet sowie im Buchhandel zum Preis von 14,90 € erhältlich.