223. Spielzeit 2017/18

Ballett

Das Bildnis des Dorian Gray

Ballett von Tomasz Kajdański
nach Oscar Wildes gleichnamigem Roman
zur Musik von Alexander Skrjabin
Uraufführung

Premiere 23. März 2018, 19.30 Uhr

Der Maler Basil Hallward porträtiert Dorian Gray, von dessen Schönheit und unschuldiger Jugend er besessen ist. Unter dem Einfluss des zynischen Lords Henry setzt der unerfahrene Dorian Gray sich immer neuen Abenteuern und Genüssen aus. Lord Henry macht aus Dorians Leben schrittweise ein strahlendes Kunstwerk, dessen Perfektion sich Leben und Tod der Menschen in Dorians Nähe unterzuordnen haben. So wie Lord Henry sich in dem von ihm geschaffenen Leben des Dorian Gray spiegelt, so sieht Dorian das Ergebnis seines von Luxus und Sinnen­taumel geprägten Daseins in dem Gemälde ­Hallwards, das er aufbewahrt: Während er selbst makellos schön bleibt, verzerrt sich das Porträt zunehmend zu einer grässlichen Fratze, die die Verrohung Grays spiegelt. Als der Maler ihn besucht, als er Dorian ins Gewissen reden will und in dem Bild eine »furchtbare Lektion« erkennt, ermordet ihn Gray. Dieser Mord ist der Vorbote des eigenen Untergangs – der Selbstvernichtung Dorians.

Oscar Wildes einziger Roman Das Bildnis des Dorian Gray löste Ende des 19. Jahrhunderts einen Skandal aus, denn Wilde stellt Schön und Hässlich an die Stelle von Gut und Böse – Kunst statt Moral. Das Schöne soll stilvoll und formvollendet sein. Ob dieses Schöne etwas bedeuten kann oder will, bleibt ungeklärt. Vielleicht umhüllt es ein Nichts. Sinnesrausch und gleißende Schönheit im Reich der Klänge fühlbar zu machen, das war das Ziel des russischen Komponisten Alexander Skrjabin. Skrjabin wollte alle Sinne, überhaupt das ganze Leben zu einem Kunstwerk machen. Wie anders als in der unerhört rauschhaften Musik dieses Visionärs kann das Schicksal von Wildes Helden hörbar werden? Skrjabin wollte allerdings den Blick auf eine jenseitige Welt richten, für ihn war die Schönheit seiner Musik mit absoluter Bedeutung aufgeladen. Tomasz Kajdański gewinnt aus dem spannungsvollen Kontrast zwischen zynischem Ästhetizismus und mystischem Symbolismus die Funken für seine Choreografie.


Der Schwingboden für das Ballettensemble wurde finanziert durch die Stiftung der Freunde des Anhaltischen Theaters Dessau.


Musikalische Leitung Elisa Gogou
Choreografie Tomasz Kajdański
Kostüme Steffen Gerber