222. Spielzeit 2016/17

Tragische Oper/Komische Oper

Der Diktator/Der Zar läßt sich photographieren


Kooperation mit dem Kurt Weill Fest 2016

Text und Musik von Ernst Krenek/Musik von Kurt Weill, Text von Georg Kaiser


»Schade, schade! Ich hätte dich geliebt!«
Das Anhaltische Theater stellt im Rahmen des Kurt Weill Fest 2016, das unter dem Motto »Krenek, Weill und die Moderne« steht, zwei der markantesten Operneinakter der 1920er Jahre vor, die außergewöhnlich viele Parallelen aufweisen. Der Diktator von Ernst Krenek und Der Zar läßt sich photographieren von Kurt Weill stehen für den selbstbewussten musikdramatischen Aufbruch ihrer gleichaltrigen Komponisten; sie wurden im Abstand von wenigen Monaten im selben Jahr 1928 uraufgeführt. Beide Werke stellen wie zahlreiche »Zeitopern« dieser Jahre die Welt der Epoche in pointierter Weise auf die Bühne – in beiden Fällen sind es hier Portraits von Diktatoren, auf die Attentate geplant sind. Die Opern nehmen zwar eine kritische Haltung zu autoritärer Herrschaft ein. Doch im Fokus steht nicht die Politik, sondern der Mensch in der Gesellschaft der Moderne. Das betrifft nicht nur die Handlungsorte – ein mondänes Pariser Fotoatelier und ein nicht minder mondänes Schweizer Berghotel – sondern vor allem die Begegnungen zwischen den selbstbewusst-charismatischen Herrschern à la Mussolini und den bewaffneten Frauen, die sich ihnen nähern und sie herausfordern. Die Lösung der jeweiligen Konstellation ist bei Krenek archaisch tragisch, bei Weill höchst komisch.

Premiere: 28. Februar 2016, 17 Uhr
Soirée mit gemeinsamem Probenbesuch: 23. Februar, 18.30 Uhr – Großes Haus/Foyer



Der Diktator / Der Zar läßt sich photographieren
Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Szenische Einrichtung Doris Sophia Heinrichsen
Bühnenbild Nicole Bergmann
Kostüme Jessica Rohm
Chor Sebastian Kennerknecht
Dramaturgie Ronald Müller

Der Diktator
Der Diktator KS Ulf Paulsen
Charlotte, seine FrauStefanie Kunschke
Der Offizier Albrecht Kludszuweit
Maria, seine Frau KS Iordanka Derilova
Ein Kurier, Ein Groom, Ein Krankenwärter, Ein Detektiv Statisterie des Anhaltischen Theaters

Der Zar läßt sich photographieren
Ein Zar von *** KS Ulf Paulsen
Angèle Stefanie Kunschke
Der Gehilfe David Ameln
Die falsche Angèle KS Iordanka Derilova
Der Boy Anne Weinkauf
Der falsche Gehilfe Alexander Nikolić
Der falsche Boy Kristina Baran
Der Anführer Albrecht Kludszuweit
Der Begleiter des ZarenAndré Eckert
Erster Kriminalbeamter N.N.
Zweiter KriminalbeamterStatisterie des Anhaltischen Theaters

Anhaltische Philharmonie
Opernchor des Anhaltischen Theaters

Pressestimmen

"Die Vorlagen für den Spielwitz aber liefert vor alle die Musik von Weill. Mit dem populären Tango für Angèle der vom Grammphon kommt, oder den Auftritts Foxtrott für den Zaren oder die Versatzstücke aus Walzer, Bolero oder Marsch im Orchesterpart. Daniel Carlberg geht auch diesen Teil orchester-großformatig an. Gleichwohl klingt das oft ironisch witzig, scheint gar den Parlandostil von Strauss zu veralbern, fasziniert aber vor allem mit dem eigenen Weill-Sound im Dreigroschen- oder Mahagonny-Format. Da sprühen dann doch die Funken, die den Doppelabend lohnend machen. Mit einem Punktsieg für Weill – was ja zum Weill Fest ganz gut passt."

neue musikzeitung & Mitteldeutsche Zeitung, 29.2.2016 Ganzen Artikel lesen


"Das Premierenpublikum war begeistert und applaudierte allen Mitwirkenden sowie dem Regieteam minutenlang, wobei auch viele Bravorufe zu hören waren."

Der Neue Merker (online), 29.2.2016 Ganzen Artikel lesen


"Heftig flächiger Applaus machte die fehlende Detailzeichnung vergessen. Trotz aller in der Premiere zwischen Slapstick und Katastrophe fehlenden Abstufungen: Dieser Abend sollte ins laufende Repertoire und auf Gastspiele. Auch weil – wie oft im gehobenen Boulevard – Bizarrerien erst durch Wiederholung doppelbödig und selbstverständlich werden."

Die Deutsche Bühne, 29.02.2016 Ganzen Artikel lesen