223. Spielzeit 2017/18

Oper

Der fliegende Holländer

Romantische Oper in drei Aufzügen
Musik und Text von Richard Wagner

Premiere 1. Oktober 2016, 19 Uhr

Ach, wenn Erlösung ihm zu hoffen bliebe, Allewiger, durch mich nur sei's!

Als Sentas Vater, ein Kaufmann, von einer Fahrt einen Mann mit nach Hause bringt und ihn als ihren Bräutigam vorstellt, erkennt sie den geheimnisvollen Hollän­der in ihm, dessen Bild sie lange schon magisch anzieht. Seine Geschichte hat ihr Mitleid erregt: Bis in die Ewigkeit muss der Holländer auf seinem Geisterschiff die Weltmeere durchkreuzen. Von dem Fluch, der ihn dazu zwingt, kann ihn nur eine Frau erlösen, die ihn bedingungslos liebt. Jetzt steht er vor ihr, und Senta möchte diese Frau sein. Sie gelobt ewige Treue. Der Hol­länder zweifelt daran, dass Senta bis in den Tod treu sein kann. Doch sie beweist ihre Liebe und gibt ihr Leben für ihn Preis.

Richard Wagner betrachtete das Werk über den Einbruch des Unerklärlichen, Übersinnlichen in eine enge, ja, engstirnige Welt als sein erstes gültiges Werk. In Gestalt einer abwechslungsreichen (schauer­)romantischen Oper mit großen Arien, düsteren Balladen, mitreißenden Ensembles und markanten Chören verdichtet Wagner die sich fortwährend zuspitzenden Ereignisse zu einem zupackenden, zweistündigen musikdra­matischen Essay.


Holländer 3

Neben dem Anhaltischen Theater Dessau präsentieren die Oper Halle und das Theater Magdeburg die verschiedenen Aspekte ihrer jeweiligen Neuinszenierungen von Richard Wagners Oper Der Fliegende Holländer in der Spielzeit 2016/2017 und damit die Vielfalt des Kulturlandes Sachsen-Anhalt. Damit möglichst viele Zuschauer alle drei Inszenierungen erleben und so die unterschiedlichen Sichtweisen auf Wagners Werk und die verschiedenen Regiehandschriften kennenlernen können, haben die drei Häuser ein spezielles Kombiticket für diese drei Produktionen entwickelt: Bei Vorlage einer Eintrittskarte für eine der drei Inszenierungen erhalten die Zuschauer jeweils an den anderen beiden Theatern einen Rabatt von 30 % auf den regulären Kartenpreis. Die reduzierten Karten sind nur direkt bei den einzelnen Theaterkassen der beteiligten Theater erhältlich. mehr…




Pressestimmen



»Die Musik kam hier zu ihrem Recht durch den [...] neuen Generalmusikdirektor Markus Frank. Der gibt dieser Musik wirklich [...] Raum, sich entfalten zu können [...]. Das hat mich sehr überzeugt: Das hat Rhythmus, das hat Kontur, das will nach vorne, und hat doch auch immer ein Geheimnis, wie es dieser Sagengeschichte angemessen ist. [...] Dann wird das richtig spannend, da wird das Oper mit Wow-Charakter und wird ungeheuer aufregend [...]. Die machen Oper wirklich für die Stadt, für ihr Publikum. Es ist die beste Oper von Jakob Peters-Messer, die ich je gesehen habe [...].«

Uwe Friedrich, MDR Kultur, 02.10.2016

»Er (Jakob Peters-Messer) überschreibt die Geschichte nicht, sondern erzählt ihren romantischen Kern. Glasklar. Auf einer nahezu leeren, ganz klassischen Guckkastenbühne. Ohne viel Takelage oder Drumherum. [...] Mit Iordanka Derilova und Ulf Paulsen kann das Anhaltische Theater zwei exzellente Sängerdarsteller für Senta und den Holländer aufbieten. Beide in Hochform [...]. In Dessau wird diese Deutung nicht nur szenisch schlüssig entwickelt, sondern auch musikalisch vom neuen GMD der Anhaltischen Philharmonie Markus L. Frank konsequent hergeleitet. [...] Das wagnererprobte Orchester hat den Atem, die Präzision und das Glühen abrufbereit und wirft es hier in die Waagschale! Wenn Holländer-Neueinsteiger den Vergleich nicht scheuen, dann sollten sie am besten in Dessau mit diesem romantisch puren Holländer beginnen. Für sich genommen ist er ein bejubelter Wurf!«

Joachim Lange, nmz, 04.10.2016 ganzen Artikel lesen

»[D]ass Dessau [...] mit einem Holländer aufwartet, der gleich Weltklasse ist - hojohe, das ist stark! Die Inszenierung von Jakob Peters-Messer (Bühne: Guido Petzold) ist ein düsterer Traum. [...] Ulf Paulsen (Holländer), Iordanka Derilova (Senta), Ray M. Wade (Erik), Michael Tews (Daland) - hallojo, sind die gut! Und dieser Chor erst! [...] Dessaus Holländer ist ein Meisterwerk, unvergesslich.«

Wolf-Dieter Kröning, BILD, 04.10.2016

»Der fliegende Holländer« ist sein [Markus L. Frank] Wiederantrittsstreich und wird stürmisch gefeiert. Opern- und Extrachor trumpfen unter Sebastian Kennerknechts Leitung dazu machtvoll auf. [...] Dieser Romantik-Thriller gehört zum Kern-Repertoire, glänzend aufgelegt stellt das die Anhaltische Philharmonie unter Beweis: Farbig die Streicher und akkurat auch alle Bläser in dynamischer Differenzierung. Spätestens ab dem Terzett, in dem der biedermännische Kapitalist Daland seine Tochter dem [...] Holländer zutreibt, hat das überdies saftigen Drive. [...] Ensemblezuwachs Ray M. Wade, Jr. singt Sentas abservierten Erstlover kräftig, schön und gar nicht larmoyant. Es soll die Leistungen von Rita Kapfhammer (Mary), dem passend grobkörnigen Michael Tews (Daland) und David Ameln (Steuermann) nicht schmälern, dass das Anhaltische Theater für die beiden zentralen Parts Luxusbesetzungen in den eigenen Reihen hat, die sogar verwöhnte Puristen dahinschmelzen lassen [...]. Dieser »Fliegende Holländer« in Dessau wird sicher zum Dauererfolg, weil er die radikale Suche nach Liebe oder Erlösung in eindeutige Bilder hießt und faszinierend intensiv gesungen wird.«
Roland H. Dippel, Leipziger Volkszeitung, 12.10.2016