Puppenschauspiel für Menschen ab 12

Der Schimmelreiter

Puppenschauspiel von Karin Eppler
nach Theodor Storm

Es war an einem Oktobernachmittag als ich bei starkem Unwetter auf einem nordfriesischen Deich entlangritt. Es war eiskalt. Die Nachtdämmerung hatte begonnen. Da kam auf dem Deiche eine Gestalt heran, sie saß auf einem hageren Schimmel; ein dunkler Mantel flatterte um ihre Schultern. Zwei brennende Augen, kein Hufschlag, kein Keuchen des Pferdes. … Ich ritt weiter und in dieser Nacht erzählte man mir eine Geschichte, die ich nie wieder vergessen sollte …

Die Stimme eines Erzählers berichtet von einer seltsamen Begegnung auf einem Deich und über das Leben des Hauke Haien. Wir tauchen ein in eine Welt vor unserer Zeit und in eine Geschichte, die sich weit im Norden zugetragen hat … Stundenlang saß der kleine Hauke am Meer und beobachtete einsam die Wellen die gegen die Deiche schlugen. Als junger Erwachsener verließ er sein Vaterhaus und ging in Stellung zu einem Deichgrafen, wo er sich bald mit seinen Fähigkeiten unentbehrlich macht. Der junge Hauke heiratet die Deichgrafentochter, schaltet einen Konkurrenten aus und ist bald dort angelangt, wo er schon als Kind immer sein wollte: Er wird zum neuen Deichgrafen ernannt, zum Beschützer der Menschen vor den Urgewalten des Meeres. Doch bald schon geschehen unheimliche Dinge und die Alten und Abergläubigen des Dorfes befürchten das Schlimmste. Hauke hört nicht auf dieses Gerede und es kommt wie es kommen muss: Eine große Sturmflut rollt heran … Karin Eppler hat die weltberühmte Novelle Theodor Stroms für ein Spiel von Puppen und Menschen bearbeitet. Eine magische Stimme begleitet uns durch eine spannungsgeladene Geschichte die von unerklärlichen Phänomenen, mystischen Weissagungen, der Macht des Gerüchts und des Aberglaubens, menschlicher Gier und Blindheit, geisterhaften Erscheinungen und der Ohnmacht der Liebe erzählt.




Vorstellungsdauer: 1h


InszenierungKarin Eppler
AusstattungHelmut Parthier
SounddesignBeat Graf
DramaturgieSabeth Braun, Holger Kuhla
SpielUta Krieg, Pierre Beng


Pressestimmen

Drei Linien, drei Deiche, Ebbe auf der wortkargen Bühne, welche den treibend fröstelnden Schauder der Geschichte zu einem Großteil der malenden Licht- und fabulierenden Tonregie (Beat Graf) übereignet. Und der Text ist verschnitten, ausgebrochen, als sei der Nordwind in die Novelle gefahren. [...] Alles gruppiere sich um einen Konflikt, und dieser wird in rauer Poesie kantig herausgeschält, während Schatten und Lichter fließen und stürmen.

Mitteldeutsche Zeitung, 31.10.2011