223. Spielzeit 2017/18

Der Staatsanwalt hat das Wort

Der Arm des Gesetzes greift nach der Bühne



Leitung & Moderation Felix Losert

Mit:Mitgliedern des Ensembles
Gunnar von Wolffersdorff

Pressestimmen


„Es gibt in Preußlers Geschichte noch so manchen Tatbestand, den von Wolffersdorff in seiner bewährten Art ebenso kenntnisreich wie unterhaltsam aufdröseln kann. Etwa gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Verstoß gegen das Betäubungsmittel- und das Schwarzarbeitsgesetz, nachdem Hotzenplotz mit der Pfefferpistole auf Kasperl und Seppel schoss, sie gefesselt und Kasperl an Petrosilius Zwackelmann verkauft hat. "

Mitteldeutsche Zeitung, 20.05.2014 ganzen Artikel lesen


„Wie immer, wenn Inszenierungen und Figuren auf die Anklagebank im Alten Theater kommen, schlug von Wolffersdorff den Bogen zur Rechtsprechung der Gegenwart. Dabei gräbt er regelmäßig auch Urteile aus, die zumindest auf den juristischen Laien äußerst bizarr wirken. Etwa sollte Polly von Macheath die Scheidung verlangen, da dieser ein Problem mit der Treue hat. Wie aber bekommt man (Stichwort § 1567 BGB, Getrenntleben) ein Trennungsjahr hin, ohne die Trennungszeit zu gefährden, wenn man noch immer im gemeinsamen Bett nächtigt? Das Amtsgericht Fronhausen an der Lahn habe diesen Fall in den 1980er Jahren gelöst: Weil das fragliche Ehebett mittig ein mehr als eine Hand breites "Gräbele" (Besucherritze!) aufwies, bereitete das Nachtlager in seiner Konstruktion dem Getrenntleben keine Hindernisse. Auf so was muss man erst mal kommen. "

Mitteldeutsche Zeitung, 26.04.2014


„Veranstaltet schon der Prolog im Himmel unerlaubt ein Glücksspiel? Ist Mephistopheles ein Terrorist, Doktor Faust ein Kinder missbrauchender, körperverletzter Selbst- und Doppelmörder? Bleibt Gretchen, „auch ansonsten ziemlich schlicht“, trotz Mutter- und Kindesmord schuldunfähig? Verstößt die Hexe gegen das Betäubungsmittelgesetz? Hier sprach ein Staatsanwalt, Gunnar von Wolffersdorff, der seine amtlich gezirkelte Eloquenz so schön ironisch unterwanderte und offenbar genoss, dass die Fakten fantastisch zwischen Dichtung und Wahrheit, Unterhaltung und Urteil rochierten. Den Kontext der Taten erfassen „100 Zeilen Faust“ vorab von Andreas Hillger; Verse, die nach Busch und Goethe klingen, lustvoll exzerpiert und leger tranchiert, völlig ausreichend für Bildungsbürgers Hausgebrauch.“

Mitteldeutsche Zeitung, 24.09.12 ganzen Artikel lesen