komische Oper

Die lustigen Weiber von Windsor

Musik von Otto Nicolai
Libretto von Hermann Salomon Mosenthal
nach William Shakespeares Komödie Die lustigen Weiber von Windsor

Premiere 27. Oktober 2017, 19.30 Uhr

Als Frau Fluth und ihre Freundin Frau Reich den gleichen Liebesbrief von Sir John Falstaff erhalten, sind sie aufs Äußerste gekränkt und empört. Sie beschließen, ihm eine Lehre zu erteilen. Dem maßlosen Adligen wird von den beiden bürger­lichen Damen übel mitgespielt. Zum Schein gehen sie auf seine Werbung ein. Anschließend wird er als heimlicher Liebhaber zum Schutz vor dem eifersüchtigen Herrn Fluth zunächst in einem Wäschekorb in die Themse geworfen, später verkleidet als alte Muhme von jenem Ehemann verprügelt. Mit einer nächtlichen Maskerade endet Otto Nicolais komische Oper. Die Nacht gibt hier den Liebenden Freiheit und offenbart andererseits Falstaffs Arroganz. Anna, die Tochter des Ehepaares Reich, heiratet hier ihren Geliebten Fenton, während die von den Eltern bevorzugten Anwärter auf ihre Hand, Spärlich und Dr. Cajus, sich unwissentlich gegenseitig die Ehe antragen.

William Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor ist die einzige bürgerliche Komödie des großen britischen Dichters und nimmt in ihrer Hauptfigur Sir John Falstaff eine Gestalt aus seinen Königsdramen Heinrich IV. und Heinrich V. wieder auf, die Königin Elisabeth I. so imponiert haben soll, dass sie sie unbedingt als Liebhaber in einer Komödie sehen wollte. Doch Falstaff ist keine rein komische Figur – er verkörpert all das, was der bürgerlichen Gesellschaft in Windsor verhasst ist und was die braven Bürger des Städtchens zu verdrängen suchen: maßlose Lebenslust in jeder Lage. Otto Nicolais erfolgreichste Oper verbindet alle Bestandteile einer deutschen romantischen Oper mit außergewöhnlichem melodischem Reichtum. Die einst beliebteste deutsche Spieloper ist heute eine Seltenheit; das ­Anhaltische Theater Dessau setzt sich für das Meisterwerk ein.

Das Anhaltische Theater Dessau gastiert mit der Produktion Die lustigen Weiber von Windsor am Stadttheater Fürth.



Musikalische Leitung Elisa Gogou
Inszenierung Benjamin Prins
Bühne Jürgen Lier
Kostüme Katja Schröpfer
ChoreografieAnna-Maria Tasarz
DramaturgieFelix Losert

Sir John FalstaffMichael Tews
Herr Fluth KS ULF PAULSEN
Herr Reich Kostadin Argirov
FentonMarkus Francke
Junker SpärlichDavid Ameln
Dr. CajusStephan Biener
Frau FluthElena Fink
Frau ReichRita Kapfhammer
Jungfer Anna ReichAnne Petzsch/Katharina Göres(03.12.2017 und 15.12.2017 )
1. BürgerAlexander Nikolic
2. Bürger Andrzej Rotkiewicz
3. Bürger Hartmut Leske

Opernchor des anhaltischen theaters dessau
Anhaltische Philharmonie dessau

»Die Handlung wird von einem großartigen Ensemble getragen, das zum Brüllen komisch sein kann und auch glänzend singt. Michael Tews ist die Rolle des Falstaff auf den Leib geschneidert: ein grundgewaltiger Bass, der mit dem hinreißenden Ulf Paulsen […] in der Hotelsauna die lustigste Szene des Abends zelebriert. […] Ein eingeschworenes Duo sind Rita Kapfhammer als Frau Reich mit gediegenem Mezzosopran und Gastsolistin Elena Fink als Frau Fluth mit dramatisch geschärftem Sopran […]. Eine sängerische Entdeckung sind Markus Francke als lyrischer Fenton und vor allem die junge Anne Petzsch als Anna Reich mit famoser Leichtigkeit und Ausdruckskraft. […] Der von Sebastian Kennerknecht einstudierte Opernchor agiert schlagkräftig und in schöner Übereinstimmung mit der feinsinnig und vielfarbig abgestimmten Anhaltischen Philharmonie.«

Johannes Killyen, Mitteldeutsche Zeitung am 30./31.10.17


»So ein total abgefahrenes und herrlich überkandideltes Finale gab es in der jüngeren Vergangenheit […] selten. [.…] Das hatte die Anmutung, als fände sich zumindest ein kleiner Teil des Friedrichstadtpalastes in der anhaltischen Provinz wieder. […] Überhaupt hatte das Ensemble durchweg ersichtlich und hörbar riesigen Spaß, mal tüchtig unernst zu sein. […] Und kaum eine Szene, die nicht zu einem kleinen Kabinettstück wurde. […] Das 1849 in Berlin uraufgeführte Werk tüchtig zu entstauben, leisteten die Regie von Benjamin Prins und die Bühne von Jürgen Lier einen immensen Beitrag. […] Die Anhaltische Philharmonie […] machte den stürmisch bejubelten Abend zu einem Genuss. […] ein traumwandlerisch sicherer Brückenschlag zwischen deutscher Romantik und italienischem Belcanto-Gesang. […]«

Andreas Behling, Zerbster Volksstimme, 9. November 2017