222. Spielzeit 2016/17

Schauspiel mit Musik

Die Seeräuber-Jenny

Das Leben der Lotte Lenya – Ein Abend von und mit Andrea Eckert

Premiere 25. Februar 2017, 19 Uhr im Rahmen des Kurt Weill Festes 2017
Soirée 15. Februar 2017, 18.30 Uhr

Wo du hingehst, da will auch ich hingehen. Lotte Lenyas Weg führte von Wien über Zürich, Berlin und Paris nach New York. Sie sang die Ballade von der »Seeräuber-Jenny« in der Dreigroschenoper, Jahrzehnte später war sie das Fräulein Schneider in der Premiere des Musicals Cabaret und dazwischen die Ehefrau von Kurt Weill, um dessen Nachlass sie sich nach dessen Tod auch kümmerte. Sie war als Schauspielerin und Sängerin zunächst in Europa und nach ihrem Umzug nach New York Mitte der 30er-Jahre auch in den USA am Theater erfolgreich. Die 1898 als Karoline Wilhelmine Charlotte Blamauer in ärmlichen Wiener Verhältnissen geborene und 1981 in New York gestorbene Künstlerin wirkte in den 1960er-Jahren auch in diversen Hollywood-Produktionen mit, in dem Bond-Streifen Liebes­grüße aus Moskau etwa; für ihre Rolle in Der römische Frühling der Mrs. Stone wurde sie für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Die Wiener Schauspielerin und Sängerin Andrea Eckert lässt Lotte Lenyas bewegtes Leben in Liedern und Erzählungen Revue passieren.




Die Auswahl der Songs gefällt, da sie über den Weillschen Tellerrand hinausblicken, was auch für das gesamte Festival [Anm.: Kurt Weill Fest] charakteristisch ist. So erklingt beispielsweise Friedrich Hollaenders ›Die zersägte Dame‹, als von Lenyas Zeit in Zürich die Rede ist, und später Benjamin Brittens ›Funeral Blues‹, als Weill stirbt. Weills ›Barbara Song‹ wird ebenfalls geschickt mit Lenyas und Weills Geschichte verknüpft. […] Jessica Rohms Kostüme unterstreichen dezent die Stationen in Lenyas Leben, sodass man am Ende, als Lenya 1981 in New York stirbt, einer kleinen Zeitreise beigewohnt hat. Weills ›September Song‹ bildet einen melancholischen Ausklang des Abends, der mit dem Titel gebenden ›Die Seeräuber-Jenny‹ angefangen hat.
Sabine Schereck, blickpunkt musical, 02/2017.


»[...] Andrea Eckert erweckt sie [Anm.: Lotte Lenya] zu einer schillernden Bühnenfigur. [...] Gemeinsam mit Wolfgang Kluge hat sie einen Liederabend zusammengestellt, der vom umwefernden Charme der Eckert lebt und durch die musikalische Einrichtung von Wolfgang Kluge einen authentischen Sound erhält. [...] Zunächst in schwarz-rotem Outfit, dann in revuemäßigem Glitzerkleid erzählt Andrea Eckert fast beiläufig und unterhaltsam aus dem bunten, auch schillernden Leben der Lotte Lenya. Trotz ihrer ständigen tänzerischen Bewegungen auf der Bühne füllt sie den Raum spielerisch und symbolisiert auch optisch das bewegte Leben dieser Künstlerin. So gelingt es ihr [...], eine Künstlerwelt zwischen Berlin, Paris und New York auf die Bühne zu bringen, die manchem Dokumentarfilm nicht gelungen wäre.[...] Ihr und Wolfgang Kluge gelingt ein informativ-unterhaltsamer Abend, von dem die Besucher eigentlich noch nicht genug haben. Doch auch ihr intensiver, sich steigender Beifall muss schließlich das Ende dieses vergnüglichen Abends akzeptieren, - ungern.«
Horst Dichanz, O-Ton, 28.2.2017.

»[...] Andrea Eckert, selbst auch Wienerin, gab sich im fließenden Wechsel charmant mal als Lotte Lenya und mal als sich selbst aus und sprach und sang im typischen Chansonstil. Eine fünfköpfige Big-band lieferte die musikalische Begleiung, war dabei aber nicht nur Begleitung. Die Musiker der Anhaltischen Philharmonie zeigten an passender Stelle, wie in der Ballade ›Comlpainte de la Seine‹ ihre Qualität - ohne Andrea Eckert zu übertönen oder gar zu übertrumpfen. Fürs reibungslose Zusammenspiel sorgte ein aufmerksamer Wolfgang Kluge vom Flügel aus. [...] Wunderbar war [...] Andrea Eckert selbst. Das zeigte ihr das Publikum mit Bravo-Rufen und langanhaltendem Applaus.«
Ute König, Mitteldeutsche Zeitung, 27.2.2017