Schauspiel

Draußen vor der Tür

von Wolfgang Borchert

»Und gestern kam ich wieder nach Hause. Das war das Unglück.« Obwohl Wolfgang Borcherts Schauspiel Draußen vor der Tür die Geschichte eines Heimkehrers aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt, hat das Stück zu beklemmender Aktualität zurückgefunden: Heute sehen sich junge Deutsche mit den Traumata ihres Militärdienstes in fernen Kriegen konfrontiert und finden nur schwer in jene Gesellschaft zurück, deren Freiheit sie angeblich am Hindukusch verteidigt haben. Diese Erkenntnis grundiert auch Nele Webers Dessauer Inszenierung, ohne sie deswegen plump aktualisieren zu müssen. Man denkt die eigene Gegenwart automatisch mit, wenn man den armen Beckmann beobachtet, den selbst die Elbe wieder ausspuckt und der im Nachkriegs-Hamburg weder einen Beruf noch ein Mädchen finden kann.


Vorstellungsdauer: ca.1 Stunde
Wiederaufnahme im Januar 2016



InszenierungNele Weber
Bühne und KostümeJan Steigert
MusikJan Preißler
DramaturgieSabeth Braun
BeckmannPatrick Rupar
Tod / Frau KramerIlli Oehlmann
Elbe / Der Oberst Gerald Fiedler
Gott / MädchenKatja Sieder
Einbeiniger / DirektorPatrick Wudtke
Der AndereIlli Oehlmann, Gerald Fiedler, Katja Sieder, Patrick Wudtke