Oper

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Bildern

Musik von Engelbert Humperdinck

Text von Adelheid Wette

Premiere 5. November 2016, 19 Uhr

Für Menschen ab 6

Ihr kommt mich besuchen? Das ist nett! Ihr lieben Kinder, so rund und fett!
Die Geschwister Hänsel und Gretel werden von der Mutter zum Beerensuchen in den Wald geschickt. Dort überrascht sie die Dunkelheit, der Weg nach Hause ist nicht mehr zu finden und so verbringen die Kinder die Nacht im geheimnisvollen Wald. Als sie am anderen Morgen erwachen, entdecken sie ein verführerisches Häuschen. Es gehört der Knusperhexe, in deren Gewalt die beiden geraten sind. Doch Hänsel und Gretel überlisten die Alte und können sich befreien. Sie erlösen damit auch viele andere Kinder, die nun wieder zum Leben erwacht sind und mit in den Schlussjubel einstimmen. Die spätromantische Musik von Wagners Bayreuther Assistenten Engelbert Humperdinck begeistert Alt und Jung nun schon seit über 120 Jahren. Es ist d i e Oper für die ganze Familie schlechthin! Aus Anlass der Dessauer Erstaufführung hat der Komponist im Jahre 1894 eigens einen neuen Schluss unter Verwendung des „Dessauer Marsches“ geschrieben. Dieser wird in unserer Neuinszenierung wieder zu hören sein.



Musikalische Leitung Wolfgang Kluge
Inszenierung Johannes Weigand
Bühnenbild und Kostüme Markus Pysall
KinderchorDorislava Kuntscheva
DramaturgieRonald Müller

Peter, Besenbinder - VaterKS Ulf Paulsen
Gertrud, seine Frau - Mutter KS Iordanka Derilova
Hänsel Rita Kapfhammer/Stefanie Schaefer(6.1.2018)
GretelCornelia Marschall/Elena Fink(16.12.2017 und 23.12.2017)/Katharina Göres(06.01.2018)
Die Knusperhexe Albrecht Kludszuweit/Dan Karlström(23.12.2017)
Sandmännchen/ Taumännchen Jagna Rotkiewicz/Alexandra Joel

Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau
Anhaltische Philharmonie Dessau


»Ja, das Knusperhäuschen im lindgrünen Prospektwald von Markus Pysall ist wirklich mit poppigen Attrappen des bekannten Süßzeugs bestückt. Und wie es da so hängt und blinkt, macht es nicht nur das von Rita Kapfhammer (Hänsel) und Cornelia Marschall (Gretel) verkörperte Geschwisterpaar froh. Entzückend naiv, wendig, mit sicherem Stilgefühl träufeln sie den kunstfertigen Volksliedton ihrer Parts der Hexe ins Ihr, die hier als böse alte Tante auftritt, mit Handtasche und gefährlichem Grinsen. Albrecht Kludszuweit kostet jeden Ton dieser fiesen Jungfer mit glühender Inbrunst aus. Ihr Hochseilritt auf dem Besen, ein jauchzend beklatschtes Vergnügen. Überhaupt trifft Weigands unterhaltsam-bodenständige Deutung offenbar genau den Geschmack des (...) Dessauer Publikums. Und er weiß genau, wie man den verdienten Kammersängern des Anhaltischen Theaters Reverenz erweist (...). Die Anhaltische Philharmonie liefert wagner-süffig, doch nie auftrumpfend die Begleitmusik. Und intoniert, zur schnatternden Verwirrung der just aus dem flackerroten Ofenqualm gezogenen Hexe, am Ende mit dem Kinderchor sogar jenen Dessauer Marsch, den Humperdinck für die von Cosima Wagner inszenierte anhaltische «Hänsel und Gretel»-Erstaufführung 1894 nachgereicht hatte. Eine Pointe, die im Riesenhaus am Friedensplatz ebenso gut ankommt wie der Rest der folkloristisch bunt und geradeheraus erzählten Geschichte.«
Albrecht Thiemann, Opernwelt, Januar 2017


»Klar deutlich und glücklich machend. So könnte man das Erlebnis von der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ im Anhaltischen Theater in Dessau zusammenfassen. Wenn etliche Menschen nach der Vorstellung beim Anstehen an der Garderobe nahezu beseelt grinsen wie ein Honigkuchenpferd, dann können Theaterleute nicht viel falsch gemacht haben. Die Märchenoper »Hänsel und Gretel« in der aktuellen Inszenierung von Johannes Weigand ist jedenfalls ein glücklich machendes Ereignis. […] Es lässt sich erahnen: Weigand nimmt mit seinem Ausstatter Markus Pysall (Bühnenbild und Kostüme) das 1893 in Weimar uraufgeführte Werk von Engelbert Humperdinck in gebührendem Maße ernst, doch das Märchenspiel wirkt von allzu romantischem Ballast befreit. Kein dicker Mythenstaub beherrscht die Szenerie. Kein Requisit zu viel auf der Bühne. Klar und deutlich sind die Charaktere gezeichnet. Und wo es passt […] wird für eine ironische Brechung gesorgt. Das weiß ungemein zu erheitern, ohne dass die poetischen wie dramatischen Momente einer Interpretation zum Opfer fallen, die vordergründig modernistisch wäre. […] Diese Märchenoper auf der großen Bühne zeigt sich frisch poliert und ist keine trockene Printe mit brüchiger Glasur oder ein altbackener Weihnachtsstollen ohne Rosinen.«
Andreas Behling, Zerbster Volksstimme, 8.11.2016


»(…) Hier wird ein Ensemble aufgeboten, das man selbst an größeren Häusern nicht besser hätte zusammenstellen können! Ein so betörend schön und klar singendes Geschwisterpaar wie Rita Kapfhammer als Hänsel und Cornelia Marschall als Gretel gehört zu den vokalen Glücksfällen im Opernjahr. Obendrein spielen die Beiden das auch noch leichtfüßig. Dazu die prachtvolle Hexe von Albrecht Kludszuweit: Der sieht, wenn er die noble Garderobe ablegt, wirklich wie eine Hexe aus, singt aber durchweg königlich. Dass man mit Ulf Paulsen (Vater) und Iordanka Derilova (Mutter) die dramatischen Wagner-Recken des Hauses aufbietet, vollendet diesen beglückenden musikalischen Wachtraum. Natürlich ist auch der Kinderchor mit Eifer dabei. Und die Anhaltische Philharmonie schwelgt unter Wolfgang Kluge durchweg in dem, was ihnen der Wagner-Adlatus Humperdinck hier auf die Notenpulte gezaubert hat. Wenn das nichts ist!«
Joachim Lange, MZ, 7.11.2016