223. Spielzeit 2017/18

Johannes Weigand stammt aus Heidelberg. Er studierte an der Hamburger Musikhochschule bei Götz Friedrich Musiktheater-Regie und begann 1989 sein erstes Engagement als Regieassistent und Abendspielleiter an der Oper Frankfurt, vier Jahre später wechselte er an die Oper Bonn. Anschließend war er freischaffend tätig, vor allem mit den Regisseuren Giancarlo del Monaco, Herbert Wernicke und Achim Freyer, mit dem ihn eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. 2001 wurde er von Klaus-Peter Kehr an die wieder gegründeten Wuppertaler Bühnen engagiert, wo er als Oberspielleiter die Opernsparte leitete und erste eigene Inszenierungen erarbeitete. In Wuppertal inszenierte er zahlreiche Aufführungen in allen Musiktheatergenres von Händels Alcina über Strauss’ Fledermaus bis zu Werken wie Peter Grimes von Benjamin Britten oder Adams’ The Death of Klinghoffer sowie mehrere Schauspielaufführungen, vor allem für Kinder. Seine 2009 erarbeitete Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Oper La porta della legge wurde von der Zeitschrift Opernwelt zur Uraufführung des Jahres gekürt und gastierte auf internationalen Festivals in New York, Bogotà und Ostrava; für die Aufführung 2014 am Teatro la Fenice in Venedig wurde ihm der Preis der italienischen Musikkritik Franco Abbiati zugesprochen. 2009 folgte er Gerd Leo Kuck als Opernintendant der Wuppertaler Bühnen nach und leitete das Haus bis 2014. Sieben Ur- und Erstaufführungen und die Beschäftigung mit dem Musiktheater aus klassischen ›Gastarbeiter-Nationen‹ prägten den Spielplan dieser Jahre. Außerdem arbeitete Weigand als Übersetzer, z. B. von Joseph Martin Kraus’ Oper Proserpin für die Schwetzinger Festspiele. Mehrere Jahre lang war er als Regie-Dozent für Gesangsstudenten an der Kölner Musikhochschule tätig, im Winter 2013/14 bekleidete er eine Gastprofessur für Regie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit der Spielzeit 2015/16 ist er Generalintendant am Anhaltischen Theater Dessau.