223. Spielzeit 2017/18

Operette

Lady Hamilton

Operette in drei Akten Musik von Eduard Künneke Text von Richard Bars und Leopold Jacobson

Premiere 27. Januar 2017, 19.30 Uhr

Nicht wahr, ich könnt‘ eine Lady sein?! In einer Hafenkneipe in Ramsgate zechen englische und spanische Matrosen. Sie warten auf den Auftritt der beliebten Sängerin Amy. Unterdessen ist der Maler Romney mit der von ihm eifersüchtig bewachten Kitty und dem englischen Gesandten Sir Hamilton eingetroffen. Von der Schönheit Kittys angezogen, erscheinen auch die Seeoffiziere Percy und Alfredo in der Kneipe. Während Percy mit Kitty tändelt und den Unmut Romneys auf sich zieht, verliebt sich Alfredo in Amy, deren Auftritt zu einem Streit mit den Matrosen führt, bei dem er die Sängerin in Schutz nimmt. Als er sie jedoch für eine Diebin halten muss, wendet er sich voller Verachtung von ihr ab. Tief gekränkt folgt sie nun der Einladung Sir Hamiltons, ihn zu begleiten. Er muss sie allerdings in seinem Palast in Neapel verborgen halten, um sich nicht zu kompromittieren. Amy gelingt es schließlich, die legitime Lady Hamilton zu werden. Mit Geschick erreicht sie es auch, Alfredo, der nach der Niederwerfung der Verschwörung von Toulon durch Lord Nelson als Gefangener im Palast vorgeführt wird, zu befreien und die Liebe Nelsons zu erringen.

Lady Hamilton gilt für manchen Operettenkenner als Künnekes beste Operette: mitreißende Musik, spritzige Dialoge und das historische Ambiente, das mit seiner Detailgenauigkeit etlichen Großen Opern Konkurrenz machen dürfte. Die ›wilden‹ oder ›goldenen‹ Zwanzigerjahre sind durch die Tanz- und Schlagermusik dabei. Und dann gibt es noch den unverwechselbaren Klang eines Orchesters, das mit mehreren Saxophonen zur schmissigen Band wird.


Musikalische Leitung Elisa Gogou
Inszenierung Johannes Weigand
Bühnenbild Moritz Nitsche
Kostüme Judith Fischer
Choreografie Joe Monaghan
Dramaturgie Felix Losert
Chor Sebastian Kennerknecht

Amy Lyon Cornelia Marschall
Don Alfredo Bartos Rodrigo Porras Garulo/Joel Montero
Lord Percy Harwich David Ameln
George Romney, Maler Alexander Nikolić
Kitty Grant, sein Modell Annika Boos
John Halifax, Besitzer einer Matrosenschenke Adam Fenger
Sir William Hamilton, britisher GesandterKarl Thiele
Kapitän Horatio Nelson Stephan Korves
French, Nelsons Adjutant Hartmut Leske
Mary Ann, Zofe von Amy Lyon Christel Ortmann
Jimmy, Faktotum bei Halifax Tizian Steffen
Jonny, Matrose Boris Malré
Edward, Kammerdiener bei Hamilton Tizian Steffen
Prinz von Pisa Carsten Mende
Sambucco, sein Adjutant Philipp Feige
Fairfax, Seeoffizier Boris Malré
Ein Karabinier Stephan Biener

Anhaltische Philharmonie Dessau
Opernchor des Anhaltischen Theaters Dessau

Pressestimmen


»It [the music] is simply wonderful: uplifting and very catchy throughout. The melody simply burst with life and energy (...). Musically, the whole production is superb! Rarely have I heard a chorus of a regional German opera house sing with such fullness of tone. The orchestra under the baton fo Elisa Gogou plays with the necerssary style and grace and never overwhelms the singers. The score calls for three saxophones which are used as a part of the whole soundscape, rather than just the 'jazzy' moments. (...) Set design (Moritz Nitsche)is on a grand scale! (...) Costume design (Judith Fischer) is, if anything, even more lavish! (...) Uniform has been designed and made with great attention to detail and look accurate and totally convincing. (...) His [Johannes Weigand] production is totally traditional, trating the operetta with a great deal of respect, and showing us something of the original 1926 Breslau production. (...) It is certainly well worh while making the journey to Dessau see Lady Hamilton and what she gets up to! And as for the georgeous music - that is worth hearing over and over again! (...) Anhaltisches Theater Dessau must be congratulated on mounting this production, especially in straightened economic times. The result is more than worthwile and one hopes to see that 'full house' for the premiere is replicated throughout the season. I would cheerfully see it again - especially for that wonderful music!«

John Groves, Operetta Research Center, 1.2.2017


»Die Hamiltons sind zurück in Anhalt - und sie sind mit viel Applaus am Freitag im Großen Haus in Dessau gefeiert worden. (...) Witzig, bunt und locker inszeniert von Generalintendant Johannes Weigand. Der Komponist selbst legte mit schmissigen Melodien und einer unterhaltsamenhandlung über das Leben der berühmten Lady Hamilton schon eine gute Grundlage. Bühnenbildner Moritz Nitsche, der sogar die Villa Hamilton aus Wörlitz einfliegen loeß, und Kostümbildnerin Judith Fischer sorgten für viele Hingucker auf der Bühne. (...) Hervorzuheben ist (...) Cornelia Marschall in der Hauptrolle. Und auch Annika Boos als Kitty Grant und David Ameln als Lord Percy Harwich - beide jeweils für sich und besonders im Duett. Und, weil es zur Operette doch irgendwie dazu gehört, legte Weigand noch eine Portion Kitsch oben drauf. Eine sehr gute sogar. So dass Sternschnuppen über die Bühne flogen.(...) Anschauen lohnt sich.«

Ute König, Mitteldeutsche Zeitung, 30.1.2017


»Johannes Weigand hat das Stück mit Respekt vor dem Stoff und mit Ironie dem Stück und der Handlung gegenüber als Kaleidoskop eines verspielt-fiktiven Rokoko inszeniert (...). Augenzwinkernd und doch auch anrührend nimmt er sich der drei zentralen Hauptfiguren Lord Hamilton, Lord Nelson und vor allem der Aufsteigerin Emmy Lyons an, die (...) zum Star und Ideal des Klassizismus wurde. Weigand zeigt das völlig unverkrampft, ohne alle aktualisierenden Mätzchen, ohne regieliche Fingerzeige oder Besserwissereien, aber mit viel Spielwitz, auch mit vitalem Spieltempo, mit sinnlicher Theaterfreude auch an schönen Bildern und Tableaus. Es ist eine feine, klischeefreie, außerordentlich geschmackvolle und sehenswerte Inszenierung eines zu Unrecht vergessenen Werks. (...) Johannes Weigand hat für diese Produktion ein in sich stimmiges, homogenes und in allen Partien überzeugendes Ensemble aus Sängern und Schauspielern auf die Bühne gebracht. Außerordentlich anrührend sind der Lord Hamiton von Karl Thiele, der Lord Nelson von Stephan Korves und die Emma Lyons von Cornelia Marschall, die außerdem über einen geradezu betörend warmen und schönen lyrisch beweglichen Sopran verfügt. Sie ist auch eine bezaubernde Darstellerin. (...) Die Aufführung ist ein Vergnügen. Auch in dem, was aus dem Orchestergraben kommt. Die junge griechische Dirigentin Elisa Gogou hat mit energischem Zugriff, mit Temperament und Feingefühl die raffinierte Musik Künnekes zum Klingen gebracht. (...) Und die Anhaltische Philharmonie spielt (...) klangprächtig und süffig. Eine rundum begeisternde Aufführung und Operettenausgrabung. (...) Es ist eine der bemerkenswertesten und interessantesten Operettenaufführungen zwischen Leipzig und Berlin, sie lohnt unbedingt eine Reise nach Dessau!«
Dr. Dieter David Scholz, MDR Kultur, 28.1.2017