222. Spielzeit 2016/17

Trauerspiel

Maria Stuart

von Friedrich Schiller

»Löst mir das Herz, dass ich das Eure rühre« Seit vielen Jahren schon ist Maria Stuart, Königin von Schottland, eine Gefangene der englischen Königin Elisabeth I. Dabei war sie doch einst auf der Suche nach politischem Asyl nach England geflohen. Aber wie kann Elisabeth eine Frau neben sich dulden, die selbst berechtigte Ansprüche auf den englischen  Thron anmelden kann? Und die scheinbar jeden Mann des Reichs zu bezirzen und für ihre politischen Ambitionen zu gewinnen weiß? Immer stärker gerät Elisabeth unter Druck, das Land und sich selbst von der Bedrohung durch die Rivalin zu befreien. Doch Elisabeth hat Skrupel. Zerrissen von Zweifeln lässt sie sich zu einem Treffen mit Maria überreden – zum ersten Mal nach all den Jahren. Aber die Situation eskaliert … Angetrieben von persönlichen Gefühlen und Interessen in Politik, Religion und Erotik, geraten moralische Grundsätze mehr und mehr in den Hintergrund. Tatsächlich haben sich Elisabeth I. und Maria Stuart nie gesehen. In Friedrich Schillers  uraufgeführtem Trauerspiel jedoch wird die dramatische Begegnung zum Duell zweier starker Frauen zwischen politischer Verantwortung und privatem Glück, Machthunger und Einsamkeit, in dem es letztlich keine Siegerin geben kann.

Premiere: 19. Februar 2016, 19.30 Uhr



InszenierungRalf Siebelt
BühneJürgen Lier
KostümeKatja Schröpfer
MusikJojo Büld
Dramaturgische BeratungAlmut Fischer

Elisabeth, Königin von EnglandIlli Oehlmann
Maria Stuart, Königin von SchottlandKatja Sieder
Hanna Kennedy, ihre AmmeChristel Ortmann
Robert Dudley, Graf von LeicesterDirk S. Greis
Georg Talbot, Graf von ShrewsburyGerald Fiedler
Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, GroßschatzmeisterSebastian Müller-Stahl
Amias Paulet, ein Ritter, Hüter der MariaStephan Korves
Mortimer, sein NeffePatrick Wudtke

Pressestimmen


„In Maria Stuart untersucht Schiller die Menschen in den politischen Schaltzentralen der Macht und deckt deren Beweggründe für ihr politisches und menschliches Handeln auf. Diese schonungslose Analyse ist unsere Basis für die Inszenierung. Der nackte, sezierte Mensch steht im Mittelpunkt, seine Kämpfe, seine Ängste, seine Einsamkeit und sein Ringen um Macht und Freiheit sind zentral. Dieses Ringen manifestiert sich in Schillers klarer, wuchtiger und wahrhaftiger Sprache, aber es muss auch körperlich sichtbar und spürbar werden. Der Bühnenbildner Jürgen Lier hat einen beindruckenden Raum geschaffen, eine Art überzeitliche Architektur der Macht. Der Raum wird den Atem der Inszenierung entscheidend beeinflussen ...“
(Regisseur Ralf Siebelt im Interview)

Frizz Stadtmagazin Halle, Ausgabe Februar 2016 (Vorbericht) ganzen Artikel lesen



"...Und auch wenn das Drama über 200 Jahre alt ist, hat es nichts an Aktualität eingebüßt. „In Maria Stuart herrscht ein Klima der Angst, der Unfreiheit, der Unsicherheit, das tut den Menschen, die diese Entscheidungen verantworten, nicht gut. Und um deren Ringen, um deren Haltung geht es. Ich kann damit heute sehr viel anfangen: Nicht zu beschreiben, wie die Welt ist, sondern auszuloten, was es kostest, in ihr zu bestehen. Moralisch. Menschlich. Politisch.“ Und auch ein weiteres Thema, das aktueller nicht sein könnte, spiegelt sich in der Handlung wider: „Das Stück stellt massiv die Frage nach dem Umgang mit Asylsuchenden. Und seien sie auch politische Gegner.“, hebt der Regisseur hervor."

LEO - Das Anhalt Magazin, Ausgabe Februar 2016 (Vorbericht) ganzen Artikel lesen



"Er [Der Regisseur] bleibt solide am Original, im 16. Jahrhundert, konzentriert sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Schiller in seinem Trauerspiel angelegt hat. Und Siebelt zeigt damit dennoch die Aktualität des Klassikers. [...] Illi Oehlmann und Katja Sieder. Sie verkörpern die Königinnen in all ihren Facetten. Sie bringen die Unsicherheiten genauso wie die königliche Aura. Eindrucksvoll ist Elisabeths Monolog vor der Unterschrift. Oehlmann macht daraus einen intimen Moment und schafft es, Hunderte Zuschauer im Großen Haus ganz nah ran zu holen. Auch sonst weiß das Schauspielensemble zu packen."

Mitteldeutsche Zeitung, 22.02.2016