Roman Hovenbitzer (geboren 1972) wuchs am Niederrhein auf. Nach dem Studium der Musiktheaterregie bei Götz Friedrich in Hamburg war er von 1996 bis 1999 als Regieassistent und Regisseur am Staatstheater Kassel engagiert. Hier entstanden seine ersten Inszenierungen von Bellinis Norma, Donizettis Don Pasquale und Franz Hummels Kammeroper An der schönen blauen Donau. Seit 1999 arbeitet Roman Hovenbitzer als freischaffender Regisseur mit inzwischen über 70 Inszenierungen in allen Bereichen des musikalischen Theaters. Er lebt mit seiner Familie in Kassel.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Werke des eher entlegenen Repertoires. So betreut er seit 2007 die Reihe »Amerikanisches Musiktheater« am Theater Hagen, in deren Verlauf bislang Dead man walking von Jake Heggie, A streetcar named desire von André Previn, Street scene von Kurt Weill, Susannah von Carlisle Floyd, Vanessa von Samuel Barber und auch Jonny spielt auf von Ernst Krenek zur Aufführung gelangten. Für viele dieser Produktionen erhielt er Nennungen in den Kritikerumfragen der Deutschen Bühne, der Welt am Sonntag oder der Opernwelt. Ebenso wurden von ihm an anderen Orten u.a. auch Massenets Esclarmonde (Dessau), Leoncavallos La Bohème (Staatsoper Prag) und I Medici (Erfurt), Flotows Alessandro Stradella, Cornelius´ Der Barbier von Bagdad und Keisers Die großmütige Tomyris (Gießen) oder Lehárs Giuditta (Flensburg) szenisch neu befragt. Am Theater Hagen führte er zudem bei zwei Ur-aufführungen Regie (Helle Nächte/Moritz Eggert und Tschick/Ludger Vollmer).

Daneben hat sich Roman Hovenbitzer aber auch das klassische Repertoire erschlossen. Bei den Opernfestspielen im finnischen Savonlinna inszenierte er Wagners Lohengrin. Diese Produktion wurde 2014 auch beim Hong Kong Arts Festival gezeigt. An der Oper Kiel erarbeitete er Die Meistersinger von Nürnberg (Wagner), Ariadne auf Naxos (R. Strauss) und Rusalka (Dvorak), am Essener Aalto-Theater Manon Lescaut (Puccini), an der Staatsoper Prag La Bohème (Puccini) und Pique Dame (Tschaikowsky), am Theater Krefeld/ Mönchengladbach Peter Grimes (Britten). Gemeinsam mit dem Choreographen Henning Paar schuf er am Staatstheater Braunschweig eine szenische Version von Händels Messias.

Darüber hinaus arbeitete er u.a. in Bielefeld, Dortmund, Pforzheim, Trier, Oldenburg, Coburg, Bremerhaven, Hof und Hildesheim.

Im Ausland verbindet ihn seit längerem eine enge Zusammenarbeit mit dem Theater Vanemuine im estnischen Tartu. Weitere Engagements im Ausland führten Roman Hovenbitzer u.a. noch nach Innsbruck, zu den Festspielen ins ungarische Miskolc und nach Salvador de Bahia in Brasilien. Sein Kinderstück Der kleine Mozart wurde als Gastspiel in vier chinesischen Städten gezeigt.

2014-2016 hat er eine Gastprofessur für musikdramatische Darstellung/szenische Interpretation an der Kunstuniversität Graz übernommen, in deren Rahmen neben dem szenischen Unterricht für die Master-Studierenden auch Mozarts Die Zauberflöte (2015) sowie Brittens The turn of the screw (2016) erarbeitet wurden.