222. Spielzeit 2016/17

Musical

Sugar – Manche mögen’s heiß

von Jule Styne Buch von Peter Stone nach dem Film Some Like It Hot von Billy Wilder und I.A.L. Diamond, basierend auf einer Story von Robert Thoeren Gesangstexte von Bob Merrill Musik von Jule Styne Deutsch von Peter Ensikat

»Niemand ist vollkommen.« Billy Wilders Filmkomödie Manche mögen's heiß des Jahres 1959 hat unangefochten Kultstatus. Doch auch die Uraufführung von Sugar, der Musical-Version des Films, wurde ein außergewöhnlicher Erfolg. Nicht zuletzt die swingende, eingängige Musik von Jule Styne, der in Hollywood und am Broadway als einer der ganz Großen galt, hat daran ihren Anteil. Das Musical erreichte am Broadway nach seiner Uraufführung 1972 über 500 Aufführungen. Seitdem reißen sich die Theater um die übermütige musical comedy.

Chicago 1929, Gangster beherrschen die Stadt. Zwei arbeitslose Jazzmusiker geraten zufällig zwischen die Fronten rivalisierender Banden und befinden sich bald auf deren Abschussliste. Kurz entschlossen treten die Beiden die Flucht nach vorn bzw. in den sonnigen Süden an und heuern bei einer Damen-Jazz-Kapelle an, die in Florida ihr nächstes Engagement hat. In entsprechender Verkleidung werden aus Joe und Jerry so Josephine und Daphne. Auf der Zugfahrt zum Konzert verlieben sie sich in die Sängerin der Band, Sugar Kane. Sie befindet sich ebenfalls auf der Flucht, allerdings vor dem männlichen Geschlecht. Als die verkleideten Musiker schließlich in Miami ins Blickfeld der heiratswütigen Millionäre geraten, werden Vorurteile, Klischees und Identitäten ordentlich durcheinandergewirbelt.

Premiere: 30. Oktober 2015, 19.30 Uhr

SUGAR wird präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Verlag FELIX BLOCH ERBEN GmbH & Co. KG in Berlin mit freundlicher Genehmigung der TAMS-WITMARK MUSIC LIBRARY, INC. 580 Lexington Avenue, New York, N. Y. 10022, USA



Musikalische Leitung Wolfgang Kluge
Inszenierung Johannes Weigand
Bühnenbild Moritz Nitsche
Kostüme Judith Fischer
Choreografie Tomasz Kajdański
Step-Choreografie Keith Wilson
Choreografische Mitarbeit Roman Katkov
ChorSebastian Kennerknecht
Dramaturgie Felix Losert

Sweet Sue, Chefin der Girl-Band "Society Syncopators"Illi Oehlmann
Sugar Kane, Sängerin und Ukulelee-Spielerin in der BandAnnika Boos
Bienstock, Manager der BandKarl Thiele
Joe (Josephine), ein arbeitsloser SaxophonistPatrick Rupar
Jerry (Daphne), ein arbeitsloser BassistMichael Souschek
ImpresarioConstanze Wilhelm
Spats Palazzo, ein Gangsterboss Alexander von Hugo
Dude, Mitglied in Spats GangCezary Rotkiewicz
Knuckels Norton, Boss einer rivalisierenden GangAlexander Dubnov
Erster Gangster, Mitglied von Knuckels Gang Leszek Wypchło
Zweiter Gangster, Mitglied von Knuckels Gang Stephan Seefeld
Taxifahrer Carsten Mende
Rosella, Mitglied der "Society Syncopators" Jagna Rotkiewicz
Dolores, Mitglied der "Society Syncopators" Kristina Baran
Mary Lou, Mitglied der "Society Syncopators" Anna-Maria Tasarz
Olga, Mitglied der "Society Syncopators" Nicola Brockmann
Hotelpage Tizian Steffen
Sir Osgood Fielding, ein reifer, aber aktiver Millionär Gerald Fiedler
Erster Ganove, Mitglied von Spats Gang Tomasz Czirnia

Anhaltische Philharmonie
Ballettensemble des Anhaltischen Theaters
Opernchor des Anhaltischen Theaters
Statisterie des Anhaltischen Theaters

Pressestimmen


Einen besseren Start hätte Johannes Weigand in Dessau wohl nicht hinlegen können. Und auch die über 800 Zuschauer waren hellauf begeistert von seiner Version des Musicals „Sugar – Manche mögen's heiß“. Von der ersten bis zur letzten Minute war Sabine Graichen mitgerissen. „Das hatte ich schon lange nicht mehr“, sagte sie unmittelbar nach der Premiere. Insbesondere von der Kulisse war sie sehr begeistert. Bühnenbildner Moritz Nitsche hat die Größe und Technik der Dessauer Bühne genutzt und vom Zug über das Hotelzimmer bis hin zum Schiff alles zur bespielbaren Kulisse gemacht. Sehr überzeugend seien auch die Sänger, Schauspieler und Tänzer gewesen. „Manchmal hatte ich sogar Tränen in den Augen“, gab die junge Dessauerin zu. „Das ist ein Stück für alle Altersgruppen“, so [Carola] Stoll. Das ist nun die vierte erfolgreiche Premiere seit Beginn der Spielzeit.

Mitteldeutsche Zeitung, 02.11.2015 ganzen Artikel lesen


Dieser Abend […] ist ein Versprechen darauf, dass man sich im Anhaltischen Theater nicht auf bescheidene Ansprüche einrichten wird. Bewusst behauptet sich die Inszenierung von „Sugar“ als eigenständig, nicht als Bühnenkopie des legendären Films, auch wenn man dem Publikum ordentlich Zucker gibt. Alles andere wäre auch nicht akzeptabel gewesen. Will man diesem Abend gerecht werden, muss man vor den Darstellerinnen und Darstellern zunächst die Anhaltische Philharmonie loben. So […] swingt das Orchester unter Leitung von Wolfgang Kluge, als hätten sich die Musiker das schon immer gewünscht. Auch Ballett und Chor, geleitet von Tomasz Kajdanski und Sebastian Kennerknecht, kommen bestens zum Zuge, hier spürt man die Freude am Spiel ebenso wie bei jedem der anderen Akteure. Hervorragend ist das Bühnenbild von Moritz Nitsche, das geschickt mit der Illusion der fantasievollen Kulissen spielt und dabei deutlich macht: Es ist Theater, nicht Kino, das man hier sieht - auch wenn eben immer wieder vergnügt auf den Film angespielt wird. Wie Patrick Rupar (Joe) und Patrik Cieslik (Jerry) ihre Travestie-Parts spielen, ist aller Ehren wert.

Mitteldeutsche Zeitung, 02.11.2015 ganzen Artikel lesen


Glanz und Glamour, als sich der Vorhang hebt: […]Stimmige Kostüme (Judith Fischer) setzen ganz auf die Zeit der Handlung, sorgen für Pep und Raffinesse. Beim Bühnenbild beweist Moritz Nitsche ein Händchen für die Beschränkung auf sparsame Mittel. Nichts wirkt überladen und trotzdem entsteht ein sinnliches Fest für die Augen, möchte man meinen. Ihm gelingt es, große Flächen zu beleben. Als Clou der Geschichte erscheint der Bug der Yacht von Millionär Sir Osgood Fielding in voller Größe.

Volksstimme, 02.11.2015 ganzen Artikel lesen


Die Inszenierung [...] ist nahezu perfekt. [...] Die Dessauer jedenfalls holen heraus, was herauszuholen ist: Bühnenbild, Kostüme, Tanz – vom Feinsten! [...] Die Liebe zum Detail berührt. Annika Boos [...] ist eine formidable Sugar, Joe Monaghan als Gangster Palazzo cool und Patrik Cieslik ein überragender Jerry/Daphne. Fazit: empfehlenswert!

BILD, 02.11.2015


Der Musical-Klassiker „Some like it hot“ lässt nun in Dessau die Bretter beben. Mit dieser Inszenierung gibt der neue Generalintendant Johannes Weigand sein Regiedebüt in Dessau. [...] Köstlich!

MDR artour, 29.10.15 ganzer Beitrag


Das Musical unterschiedet sich freilich vom Film, doch am Ende bekommen die Zuschauer, worauf sie gewartet haben: Den legendären Schlussdialog!

MDR Sachsen-Anhalt heute, 30.10.15 ganzer Beitrag (ab Minute 14)


Gerade durch die Musik und durch den Gesang [...] spielt die Frage der Identitäten eine besondere Rolle. [...] Sie [die Inszenierung] ist in sofern auf jeden Fall gelungen, [...] dass von Anfang an der Versuchung widerstanden wurde, auch nur irgendwie den Film zu adaptieren. Man hat eine eigene Bühennsprache, eine eigene Poesie gefunden. [...] Vor allem spielt das Bühnenbild von Moritz Nitsche eine besondere Rolle. Diese vielen Verwandlungen, diese Wechsel der vielen Szenen und Orte, die geschehen eben vor aller Augen: "Sehr her! Das ist Theater!" [...] Und Annika Cieslik gibt auch keine Kopie der Monroe ab sondern eine eigenständige Interpretation. Aber besonders Patrick Cieslik, dem gelingt dieses Spiel mit Identitäten sehr gut zu charakterisieren und außerdem bringt er das Feeling für den Sound des Musicals mit. Den hat aber vor allem auch der Tänzer Joe Monaghan als steppender Gangsterboss. [...] Es wird sehr viel gelacht an diesem Abend [...] und es gibt Beifallstürme für das Ensemble"

MDR Figaro, 31.10.2015


Moritz Nitsche hat mit viel Liebe zum Detail die technischen Möglichkeiten der Bühne genutzt und ein stimmungsvolles Ambiente für diese Komödie geschaffen. Und obwohl man immer wieder an die Filmszenen erinnert wird – es ist und bleibt Theater, und gerade das macht die Aufführung so sehenswert. Die wunderschönen Kostüme im Stil der 1920-er Jahre von Judith Fischer sind dabei eine Augenweide. Johannes Weigand vereint in seiner Inszenierung Künstler aus allen Sparten, und man staunt abermals, wie Chorsolisten, Tänzerinnen und Tänzer, Schauspieler und Sänger auf der Bühne singen, tanzen, steppen, spielen. Die Inszenierung lebt von der Lust und Laune, von der Spielfreude aller Akteure. Wolfgang Kluge und Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie treffen ganz genau den Sound von Jazz, Swing, Foxtrott und Boogie-Woogie.

Opernnetz, 08.11.2015 ganzen Artikel lesen