223. Spielzeit 2017/18

Schauspiel

Zeit der Kannibalen

Kapitalismus-Farce von Johannes Naber
für die Bühne bearbeitet nach dem Drehbuch von Stefan Weigl

Premiere 21. April 2018, 20 Uhr, Studio

Die skrupellosen Unternehmensberater Öllers und Niederländer jetten auf der Jagd nach den besten Deals durch die abgehängten Länder der Welt. Ihr erklärtes Ziel: den bestmöglichen Profit auszuhandeln. Sie sind ein eingespieltes Team und der nächste Karriereschritt, Partner in ihrer Company zu werden, scheint sicher und zum Greifen nah. Doch ihre Karriereleiter gerät ins Wanken, als nicht sie, sondern ihr Kollege Hellinger in den Firmenolymp aufsteigt. Als ihrem Team dann auch noch die junge, ehrgeizige Kollegin Bianca März zugeteilt wird, liegen die Nerven endgültig blank. Vielleicht sind auch sie jederzeit austauschbar. Wie sicher sind eigentlich ihre eigenen Jobs? Sarkasmus, Neurosen, Verzweiflung brechen sich ihre Bahn. Der Kampf um das Überleben geht an die Substanz – die Zeit der Kannibalen bricht an.

Der gleichnamige Film, den der Regisseur Johannes Naber bereits als Kammerspiel anlegte, lief 2014 erfolgreich auf der Berlinale und im Kino. Beim Deutschen Filmpreis 2015 erhielt er die Auszeichnung für das beste Drehbuch und eine Lola in Bronze. Naber geht es bei Zeit der Kannibalen nicht um eine ­differenzierte Auseinandersetzung mit den Ursachen der Finanzkrise, sondern vielmehr um eine zynische Bestandsaufnahme der irritierten Gefühle, fragwürdigen moralischen Haltungen und beschädigten zwischenmenschlichen ­Beziehungen in Zeiten der Globalisierung. Das Stück lebt auch in seiner ­Adaption für das Theater von den geschliffenen, pointierten ­Dialogen des Hörspiel- und Fernsehautors Stefan Weigl.



Inszenierung Jana Vetten
Bühne und Kostüme Eugenia Leis